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Nachruf – Freunde

Wie lässt sich die Person Bernhard am besten beschreiben, wie haben ihn Freunde/Freundinnen sowie Kollegen und Kolleginnen erlebt?

Hoch analytische Fähigkeiten, in seinen Analysen und Aussagen präzise und scharf, jedoch niemals zynisch oder beleidigend. Bernhard scheute keine Diskussion und wusste mit Sachlichkeit zu überzeugen. In Diskussionen und Kommentaren war er oft pointiert jedoch sehr treffsicher mit seinen Argumenten.

Wir erleben Bernhard als eloquenten und in seinem Auftreten sehr selbstbewussten Menschen. Sein teilweise trockener Humor ging nie aus Kosten anderer, die Überheblichkeit anderer Leute konnte ihn auch nicht aus der Reserve locken. Bernhard entgegnete stets sachlich und legte großen Wert auf Objektivität.

„Ausdauernd, begeisternd, offen und neugirieg, warmherzig und gutmütig, vielseitig begabt und talentiert, lösungsorientiert und konsequent“.. alles Eigenschaften, mit denen Bernhard beschrieben werden kann.

Im Erlernen von neuen Dingen, insbesondere auch in seiner beruflichen Entwicklung war Bernahrd stark autodidaktisch veranlagt. Die Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln und über Prozesse zu reflektieren, hätten ihm in weiterer Zukunft sicherlich berufliche Entwicklungsschritte ermöglicht. Seine Bescheidenheit, seine realitätsnahe Ansicht und seine soziale Kompetenz machten es für seine Mitmenschen sehr leicht, gut mit ihm auszukommen, mit ihm zusammen zu arbeiten oder eine offene Freundschaft mit ihm zu pflegen.
Bernhard war kontaktfreudig und auch gerne unter Leuten, ein oft gehörter Satz von ihm: „schaue heute noch auf ein oder zwei Seiterl. Wer kommt mit?“

Die Bandbreite seiner Interessen war groß: Seine italophile Veranlagung fühte Bernhard zum Auslandsstudium und zu zahlreichen anderen Reisen nach Italien. Neben der Landschaft war es auch die Leichtigkeit in der Mentalität der Menschen, die ihn ins Schwärmen kommen ließ und nicht zuletzt durch seine Offenheit und sprachliche Bewandtni war es ihm nahezu uneingeschränkt möglich am italienischen Lebensstil teilhaben zu köönnen. Diese Erfahrungen und Werte konnte er wiederum auf motivierende Weise seinem Freundeskreis weiter vermitteln.

Seine Reisefreude führte Bernhard auch in viele andere Länder wie Florida, Südamerika oder nach Malaga in Spanien, wo er ebenfalls einen Sprachkurs besuchte. Beruflich war er auch in Indonesien gewesen.

Bernhards größte Leidenschaft aber war der Sport:
Er bestritt Wettkämpfe im Lauf-, rad, und Triathlonsport über 15 Jahre hinweg, er absolvierte 16 Marathons und einen Ironmantriathlon. Seine dabei erreichten Zeiten zählen nach wie vor zu den schnellsten in unseren Verein. Er war im Sinne der Gemeinschaft ein engangiertes und treues Vereins-Mitglied der ersten Stunde im Verein TRIRUN Linz, wo er sich zuletzt – noch vollen Mutes – als Rechnungsprüfer zur Verfügung stellte.

Regelmäßige Wettkampfreisen und Trainingsreisen im Kreise seiner Freunde führten uns gemeinsam mit Bernhard nach Italien, Deutschland, Spanien, Slowakai, Schweiz und nach Frankreich: neben den sportlichen und gemeinschaftlichen Aspekten war für ihn vor allem auch die Bewegung in der Natur bvon großer Bedeutung, das Bezwingen von Alpen- oder Dolomitenpässen war eine seiner großen Passionen. Die Seehöhen sämtlicher Pässe in Mitteleuropa hatte er stets im Kopf und sein geografisches Wissen schien uns grenzenlos zu sein.

Bernhard war auch als Zuseher voller Begeisterung für den Sport, so besuchte er gerne und regelmäßig den Giro d’Italia, die Tour de France und die Österreich-Rundfahrt. Selbst nach Ausbrach seiner schweren Krankheit war diese Begeisterung ungebrochen.

Sein Krankheit: Diagnose im November 2009, es folgten langwierige Untersuchungen, Therapien und Behandlungen. Wiedereinstieg in den Beruf im August 201, Rückkehr zu einem fast „normalen“ Leben mit vielen Auf und Abs, Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes Ende Februar 2012. Seine schwere Krankheit hat er jedoch stets im Optimismus und Zuversicht ertragen. Wir haben uns oft gefragt, woher Bernhard diese Kraft genommen hat!

Es lag wohl an seinem Umfeld (seiner Familie) und seiner Lebenspartnerin Dagmar:

Der verständnisvolle Arbeitgeber KEBA AG gab Bernhard – wenn notwendig – Rückendeckung, ermöglichte Bernhard aber auch eine Rückkehr in die für ihn so wichtige Normalität des Alltags- und Berufslebens. Darüber hinaus war für ihn auch der Rückhalt seiner Familie von großer Bedeutung. Die einzigartige Unterstützung und Begleitung durch seine Lebenspartnerin Dagmar während seiner schweren Krankheit ist kaum in Worte zu fassen. Igre Liebe gab Bernhard die notwendige Geborgenheit, den wichtigen Rückhalt und die Kraft für den Kampf gegen die Krankheit. Ihre ruhige Art schenkte ihm viel Sicherheit. Auch seine vielen Freunde schenkten ihm Hoffnung und auch Trost in so vielen schwierigen Phasen.

Bezeichnend für sein Leben war der stets Blick nach vorne:

12.2.2009 Trainingslager Gran Canaria, nach mehr als 1.500 Höhenmeter und 1,5 Stunden Bergauffahrt, wollte ich in San Bartolome zurück ins Talen fahren. Für Bernhard gab es nur den Weg weiter nach oben und rund um den Roque nublo. Für ihn zählte nur der Weg nach vorne und nach oben.

Ein großer Sportler und noch viel größerer Mensch ist von uns gegangen. Er bleibt als menschliches Vorbild in unserer Erinnerung. „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen“ (Albert Schwetzer)

Nachruf – Firma Keba

Sehr geehrte Familie Kitzberger, sehr geehrte Fr. Aberger, sehr geehrter Hr. Pfarrer, sehr geehrte Trauergäste.

Ich stehe hier vor Ihnen als Vorstand der KEBA AG und vertrete ca. 750 Menschen, zu denen bis vor kurzen auch Hr. Kitzberger gehörte. Es ist für mich ein ehrliches Anliegen, uns alle von KEBA hier von Bernhard Kitzberger zu verabschieden.

Hr. Kitzberger ist im April 2009 als Nachfolger für die Funktion des IT Leiters zu uns gekommen. Es war eine schwierige Zeit, die Finanz- und Wirtschaftskrise war am Höhepunkt angelangt und wir hatten gerade ein großes Umstellungsprojekt für die EDV bei KEBA gestartet. Wit waren froh, dass wir Hrn. Kitzberger für uns gewinnen konnten. Die Referenzen seiner früheren Arbeitgeber, ORACLE und LENZING, bestärtigten seine Kompentenz und seine Vorstellung einer optimalen IT Abteilung passte gut zu unseren Bildern. Hr. Kitzberger und ich gingen mit Zuversicht an die anstehenden Herausforderungen heran.

Bernhard Kitzberger arbeitet sich rasch ein, erkannte die entscheidenden Faktoren für den Projekterfolg und übernahm wie geplant die Projektleitung des EDV Umstellungsprojektes. Mit seiner Fachkompetenz, seiner schnellen Auffassungsgabe und seiner geraden und direkten Art, arbeitete er sehr effizient mit allen Beteiligten an der Planng und Strukturierung für die Einführung der neuen IT Infrastruktur.

Im Sommer 2009 äußerte er erstmals Beschwerden mit seinem Rücken. In den Herbst hinein wurden diese Beschwerden immer massiver und längeres Sitzen strengte ihn merkbar an. Merkbar ist insofern bedeutend, da Bernhard Kitzberger absolut keiner war, der jammerte. Als gelernter Betriebswirt mit Fachtichtung EDV war er jemand, der dafür stand, dass die technischen Systeme effizient zu funktionieren haben, die Prozesse klar strukturiert sein müssen und umfassende Verfügbarkeit eine entscheidender Faktor darstellt. Als Ausdauersportler im Triathlon stellt er diese Anforderung auch an sich und sein System Körper.

Ich sage das in dieser Form, da ich am 21. Nov. 2009, einem Samstag Vormittag einen Anruf von Hrn. Kitzberger erhielt, in dem er sagte: Hr. Höller, mein System ist zusammengebrochen. Ich bin im Krankenhaus und es wird länger dauern.“ Er war auch in dieser Situation technisch analytisch und gerade heraus. Nachdem sich der Umfang seiner Krankheit herausstellte, war klar, dass er seine ganze Kraft benötigen wird, um seine Krankheit zu bewältigen. Mit der ihm eigenen Analytik, Konzentration und dem festen Glauben an die Überwindung dieser Krankheit, arbeitete er intensivst und fokussiert an seiner Gesundung.

Im August 2010 kehre er mit Zuversicht und Energie in seine Funktion zurück. Er engangierte sich wieder voll und ganz für die Umsetzung des EDV Projektes und der generellen Weiterentwicklung unserer IT Prozesse. Mit 1. April 2011 übernahm Bernhard Kitzberger die gesamtheitliche Leitung des IT Bereichs bei KEBA. Unter seiner Führung wurde parallel zum operativen Tagesgeschäft das EDV Umstellungsprojekt mit den externen Partnern fertig gestellt. Eine neue, zukunftsweisende Organisation entstand in Zusammenarbeit mit seiner Führungsmannschaft und seinen Mitarbeitern. Mit Jahreswechsel ging die neue Organisation aktiv und wir können jetzt schon sagen, dass sie sich bewährt. Hr. Kotzberger hatte noch viele Ideen, wie die EDV den Geschäftserfolg der KEBA in Zukunft noch besser unterstützen könnte. Mit Ende Februar kam es zu gesundheitlichen Komplikationen, die ihn aus dem Arbeitsprozess herausrissen. Dass Hr. Kitzberger nicht mehr zurückkehren wird, traf uns in dieser Form unerwartet und macht uns traurig.

Bernhard Kitzberger besaß hohe fachliche Kompetenz, hatte einen Blick für das Gesamte und wusste, was er wollte. Er nahm die Dinge in die Hand und hat sie umgesetzt. Er bildete sich eine eigene Meinung, war durchaus kritisch und fordernd in der Sache, aber immer mit dem Ziel vor Augen, dem Wohl des Unternehmens zu diene.
Er war ein unermüdlicher Kämpfter für Wirtschaftlichkeit und Effektivität. Er war einer derjenigen, die auch in der IT Welt den Dienstleistungsgedanken hochhielten. Dafür hat er sich stark eingesetzt. Er hat trotz der kurzen Zeit, die er bei uns zur Verfügung hatte, ein Fundament im IT Bereich geschafft, das Bestand haben wird und mit dem wir weiter erfolgreich sein werden.

Dafür ein herzliches Danke.

Wir werden ab jetzt auf Hrn. Kitzberger verzichten müssen. Er ist uns aber nur dorthin vorausgegangen, wo wir alle eines Tages hingehen werden. Für ihn war dieser Zeitraum auf Erden bestimmt. Ich bin froh, dass wir von KEBA ein Stück des Weges mit ihm gehen durften.